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Gemeinnützige Schuldnerberatung für Ebersberg, Erding, Freising

Out of Business!

24.12.2018: Gemäß Entscheidung der Sozialhilfeverwaltung des Landratsamts Ebersberg vom 21.12.2018 kann die bis zum 31.12.2018 durch die Regierung von Oberbayern gewährte Unterstützung durch den Landkreis Ebersberg für 2019 nicht fortgeführt werden. Wir bedauern das sehr!

Eine Fortsetzung der bisherigen Beratungstätigkeit ist deshalb nicht möglich, laufende Beratungen werden zu Ende geführt, die Beratung in Ebersberg wird in den nächsten 4-8 Wochen eingestellt.

Dokumentation zum Wegfall der Förderung
Ablehnung des LRA Ebersberg

Sehr geehrter Herr Brem,

wir bedanken uns bei Ihnen recht herzlich für die vorgelegten Unterlagen und das persönliche Gespräch.

Wie damals bereits mitgeteilt, muss der Landkreis ab Januar 19 eine VZ-Stelle im Bereich der Insolvenzberatung sicherstellen. Dabei ist uns wichtig, dass wir diesen Zeitpunkt erfüllen und das Angebot aus einer Hand  kommt.

Wie Sie selbst schreiben, können Sie derzeit zum Januar 19 keine Zusage geben, sondern benötigen eine Übergangsphase. Dies betrifft sowohl die zeitliche Schiene als auch die personelle Besetzung.

Aus den oben genannten Gründen ist es uns daher nicht möglich, mit der Schuldnerbetreuung Ingolstadt e.V. eine entsprechende Kooperation einzugehen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sozialhilfeverwaltung LRA Ebersberg

Dokumentation zum Wegfall der Förderung
Antwort an das LRA Ebersberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihr e-mail vom Freitag, immerhin gibt es jetzt eine klare Entscheidung! Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Aber natürlich ist Ihre Entscheidung eine Enttäuschung für uns und zwangsläufig war sie nicht:

War es wirklich notwendig, uns zu zwingen, unsere Beratung einzustellen? Wie besprochen ist die bisherige Förderung durch die Regierung von Oberbayern, die nun ersatzlos wegfällt, unsere einzige Finanzierungsquelle, was bleibt uns nun übrig, als die Beratung einzustellen? Wäre es nicht möglich gewesen, eine ausgewogenere Lösung zu finden?

Im Endeffekt wird sich jetzt das Beratungsangebot im Landkreis deutlich verringern, das kann keine Verbesserung der Schuldnerberatungssituation sein, so ja eigentlich die Absicht des Gesetzes. Sie versenken, mit Verlaub, mit Ihrer Entscheidung die größte und beste gemeinnützige Schuldnerberatung des Landkreises. Haben Sie sich eigentlich die konkrete Arbeit der einzelnen Schuldnerberatungen oder auch nur Rückmeldungen angesehen?

Zwangsläufig war Ihre Entscheidung nicht, so konnten wir nur deshalb keine sofortige Zusage machen, weil Sie auf einer sofortigen 2-Mann Präsenz in der Stadt Ebersberg bestanden, das steht nirgends im Gesetz, ebenso hätten Sie auch eine Präsenz in Ebersberg und Haar oder „Teams“ akzeptieren können. Das Gesetz sieht im Übrigen ausdrücklich eine Übergangsfrist vor! Wir hatten uns auch schon im Sommer 2018 zum ersten Mal gemeldet, wurden aber erst Mitte Dezember bei unserem Gespräch darüber informiert, dass für Sie ab dem 01.01.2019 eine 2-Mann Präsenz in der Stadt Ebersberg eine Muss-Bedingung ist. Wie soll man dann, wenn man schlank organisiert ist, innerhalb von Wochen eine 2-Mann Präsenz garantieren können?

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Sie diese Entscheidung einfach hinter sich bringen und dabei möglichst viele Kästchen abhaken wollten. Zum Teufel mit der tatsächlichen Situation auf der Straße oder beim Kunden, das wird schon irgendwie klappen, Schuldner beschweren sich sowieso nie. Ihre Entscheidung entspricht vielleicht dem Buchstaben des Gesetzes, aber entspricht sie auch seinem Geist: Verbesserung des Beratungsangebots? Reaktion eines Gesprächspartners, der ebenfalls mit Schulden im Landkreis arbeitet: Wissen die denn überhaupt, was sie da tun?

Es scheint auch so, als hätten Sie nicht wirklich bedacht, was die (zu starren!?) Größenanforderungen des Gesetzes für einen kleinen Landkreis wie uns bedeuten, und dabei hat  der Bayerische Gesetzgeber genau für solche Situationen eine Übergangsphase vorgesehen! Hätte man nicht noch ein bisschen über die Aufrechterhaltung des aktuellen Beratungsangebots nachdenken können (wie z.B. der Landkreis München)? Dazu wären mehr Zeit und gesunder Menschenverstand nötig gewesen und dazu waren Sie nicht bereit.

Aber das alles interessiert niemanden.

Ich werde jetzt die noch offenen Fälle abarbeiten und dann die Flagge streichen (oder anders herum).

Darf man fragen, mit wem Sie jetzt zusammenarbeiten werden, damit ich Beratungsanfragen dann an diese Beratung weiterleiten kann?

Ich wünsche Ihnen, dass die Schuldnerberatung, mit der Sie jetzt kooperieren werden, mit ebenso viel Herzblut, Know-How, Nähe zum Kunden, Fehlen von Wartezeiten und einem Informationsangebot arbeiten wird, wie wir es angeboten hätten, immer vorausgesetzt natürlich, das ist wichtig für Sie.

Es grüßt Sie ein melancholischer

Stephan Brem

PS: Die Melancholie würde sich schlagartig dramatisch reduzieren, wenn Sie noch einmal zu Ihrer Entscheidung zurückkehren würden, wir wären dann wie bisher zu jedem Kompromiss bereit!